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07.04.2010

Listing an der New Yorker Börse: Wie die SEC deutsche Unternehmen vergrault

Die Wall Street entwickelt sich für die meisten deutschen Firmen immer mehr zu einem Spießrutenlauf. Das Listen an der Börse von New York kommt einigen sehr teuer zu stehen - vor allen Siemens und Daimler leiden. Die US - Börsenaufsicht kennt mit Ausländern kein Pardon. Während die deutsche Justiz bei den Korruptionsfällen aus beiden Häuser nur mäßiges Interesse zu haben scheinen, stürzt sich die US - Börsenaufsicht SEC auf die beiden deutschen Dax Konzerne.

Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die Anklage wegen Schmiergeldzahlungen ist in den USA ein überaus einträgliches Unterfangen. Schon allein die Klagen gegen Daimler und Siemens frischen den Etat der USA um eine Milliarde Dollar auf. Trotz dieses Vorfalls verschwenden beide Unternehmen keinen Gedanken an einem Delisting von der Wall Street - jedenfalls offiziell. Immerhin wären sie nicht die ersten Firmen, die von dem Reglements der US - Amerikaner in die Flucht geschlagen würden.

Die SEC wacht mit Argusaugen über die Finanzlage der Unternehmen. Erwartet werden detaillierte Quartalsberichte und separate jährliche Zusammenfassungen. Kommt es zu Unstimmigkeiten, heißt es Zahlen. Meist handelt es sich um Summen jenseits des einstelligen Millionenbereich. In diesem Zusammenhang rollen auch Kopfe: Vorstandschef und Finanzvorstand müssen nämlich einen Eid auf die vorgelegte Bilanz schwören.

Warum verlassen immer mehr deutsche Unternehmen die Wall Street? Zum einen sind die genannten Nachteile schuld. Zum anderen können einstige Vorteile nicht mehr so wirken, wie in vergangenen Tagen. Die Hoffnung auf eine verbreiterte Investorenbasis und einen erhöhten Bekanntheitsgrad haben sich nur selten in Realität verwandelt. Vielmehr verlassen sich die Anleger auf den Markt mit der Höchsten Liquidität - und das ist die Heimatbörse des jeweiligen Unternehmens.

Es wundert also nicht, dass immer mehr deutsche Firmen mit ihrem Listing in den USA nicht glücklich sind. Als die SEC das Delistingverfahren im Jahre 2007 vereinfachte war die Resonanz enorm. Es dauerte nicht lange, bis die ersten deutschen Unternehmen (unter anderen Bayer, BASF, Allianz, Infineon, Eon usw.) das US Amerikanische Parkett verließen.

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