08.07.2010
Laut Magazin "Finanztest" haben Garantiezertifikate oft eine magere Rendite
Die Bankenkrise hat Verunsicherung bei den Anlegern hinterlassen. Man fragt sich, wie man sein Geld am sichersten anlegen kann, ohne ein zu großes Risiko einzugehen. Sehr beliebt bei Kunden sind Garantiezertifikate, da diese die Garantie bieten, dass man zumindest das eingesetzte Kapital wieder zurück erhält. Sie setzen auf die Entwicklung eines Grundwertes wie einem Aktienindex, einer Einzelaktie oder einem Aktienkorb. Da nur mit einem kleineren Betrag des angelegten Geldes am Kapitalmarkt spekuliert wird, ist kaum ein Risiko vorhanden. Das Geld kommt zurück, wenn die Spekulation nicht funktioniert. Der Anleger hofft natürlich auf das Gegenteil, denn dann erhält er im Idealfall eine ordentliche Rendite. Der Hauptteil des angelegten Betrags geht in Anleihen ohne Zinsabwurf, die aber das angelegte Geld sichern.
Finanztest hat nun sechs dieser Garantiezertifikate genauer betrachtet. Diese Zertifikate kamen alle zwischen April und Mai 2010 erstmals auf den Markt. Dabei kam zu Tage, dass sich solch eine Investition wegen hoher Kosten nicht so sehr lohnt, wie die meisten Anleger hoffen. Die Einzigen, für die sich die Anlage wirklich lohnt, sind laut Finanztest-Ergebnis die anbietenden Banken. Was viele Anleger nicht bedenken ist, dass sich die Garantie nur auf das Ende der Laufzeit des Zertifikats bezieht und man eventuell nicht ohne Verluste vorzeitig an sein Geld kommt. Denn dann besteht nur die Möglichkeit des Verkaufs an der Börse.
Finanztest fertigte eine Wahrscheinlichkeitsanalyse von den Renditen der Produkte an. Dabei fand die Zeitung heraus, dass die angegebenen Renditen der meisten getesteten Produkte kaum wirklich erreicht werden. In der angesetzten Simulation, die stellvertretend für die meisten auf dem Markt erhältlichen Zertifikate steht, kam dieser Maximalbetrag nur bei 10 bis 15 % der Anleger zur Auszahlung. Die Wahrscheinlichkeit für eine unbefriedigende Rendite ist laut Finanztest überaus groß. In einem Fall wurde sogar ein Verlust festgestellt, aber die größte Wahrscheinlichkeit ist, dass man am Ende der Laufzeit der Zertifikate nur mit dem Kapital aus der Anlage heraus geht, mit dem man einst gestartet ist.
Aber warum ist die Rendite schlussendlich in vielen Fällen so niedrig? Die ausgebenden Banken veranschlagen Aufgabeausschläge von bis zu 2,5 % und Vertriebsprovisionen bis zu 4 %. Und die Banken nutzen den Bezug auf den Kursindex anstelle des Performance-Index, um die Dividenden nicht an den Kunden weiterzugeben, sondern selber zu nutzen.
Ein solches Zertifikat sorgt so zwar für Sicherheit, aber in den allerwenigsten Fällen für den angestrebten Gewinn.


