03.07.2010
Norwegischer Staatsfond rüstet sich für die Zeit nach dem Öl und kauft Immobilien
Norwegens größte staatliche Einnahmequelle ist das Öl, und so fließt ein Großteil dieser Einnahmen in einen staatlichen Pensionsfond. Dieser 400 Milliarden Euro schwere Fond - Statens Pensjonsfond - gilt unter Fachleuten als eine gute und weitsichtige Geldanlage, da man sich in Norwegen bewusst ist, dass das Öl nicht ewig fließen wird. Nun haben die Fondsmanager beschlossen, bis zu fünf Prozent dieser Mittel in Immobilien zu investieren und somit das Portfolio des Fonds zu erweitern.
Nach Aussage des Gouverneurs der norwegischen Zentralbank, Svein Gjedrem, will man die ersten Gelder in Standorte der direkten Nachbarländer investieren. Wie er weiterhin während einer akademischen Vorlesung in Singapur verlauten ließ, will man sehr vorsichtig in den Markt hineingehen und in Ländern beginnen, deren Marktmechanismen ihnen gut bekannt sind. Anhand der Entwicklung in europäischen Immobilien, werde dann über weitere Schritte entschieden werden.
Über die genaue Höhe der geplanten Immobilienbeteiligung wurde noch nichts bekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass es sich bei fünf Prozent des derzeitigen Fonds-Volumen von ca. 440 Milliarden US-Dollar, um eine Summe von als 20 Milliarden Dollar (ca. 16 Milliarden Euro) handeln wird. Auch wird davon ausgegangen, dass sich der Umfang des Fonds bis zum Jahre 2020 auf ca. 900 Milliarden Dollar erweitern wird.
Es ist das erklärte Ziel, Erträge aus dem Ölreichtum über die Zeit hinweg zu sichern und zu bewahren. Norwegen investiert über den Fond so einen Teil seines Ölertrages im Ausland. Aus der sich daraus ergebenden Rendite werden große Teile der umfangreichen Sozialleistungen des Landes abgedeckt. Nach allgemeinen Schätzungen wird der Staatsfond im kommenden Jahrzehnt auf ca. 170 Prozent des norwegischen Bruttoinlandsproduktes wachsen.
Durch diese, auf lange Dauer und auf der ganzen Welt, angelegten Investitionen, will der Fond stabile Erträge von vier Prozent erzielen. Seit der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 hat der Fond bereits in Aktien investiert. Da Norwegens Ölproduktion mittlerweile seinen Höchststand erreicht hat, muss man auf andere Einnahmequellen setzen, um den Rückgang der Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu kompensieren.


