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16.03.2010

Wie Spekulanten an Griechenlands Finanznöten verdienen

Dass Staaten Anleihen ausgeben, um dadurch frisches Kapital in ihre Haushaltkassen spülen zu können, ist weder ungewöhnlich noch neu. Ebenso sind so genannte Junk-Bonds - also Anleihen, die aufgrund einer hohen Ausfallwahrscheinlichkeit ebenso hohe Zinsen bzw. Risikoaufschläge gewähren-ein bewährtes Finanzprodukt. Das wirklich Neue liegt nun darin, dass es keine Staatsanleihen von Ländern am Rande eines Bürgerkrieges sind, die mittlerweile zu den begehrtesten Junk-Bonds für Spekulanten zählen. Vielmehr sind es Schuldverschreibungen, die Griechenland als Teil des Euro-Wirtschaftsraums und Wiege der abendländischen Kultur herausgibt. Aufgrund der desolaten Haushaltslage und einer Verschuldung von ca. 12 - 13 % des BIP benötigt der griechische Staat neben Sparmaßnahmen eben auch frisches Geld. Dies versucht er sich beispielsweise durch die Emission einer zehnjährigen Staatsanleihe zu beschaffen-und muss den Gläubigern dafür hohe Zinsen und Risikoaufschläge zahlen.

Credit Default Swaps - Auf Pleite setzen und gewinnen

Wer Staatsanleihen kauft, kann sich mithilfe so genannter Credit Default Swaps (CDS), also mit einer Art Kreditausfallversicherung gegen die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners absichern. Dabei zahlt man als Sicherungsnehmer eine Gebühr an den Sicherungsgeber (beispielsweise eine Bank) und kann sich somit gegen die Staatspleite und den Zahlungsausfall absichern, indem er dann eine Ausgleichszahlung seitens der Bank erhält. CDS können als Kreditderivate aber auch unabhängig vom Besitz der Anleihen gehandelt werden. Steigen also wie aktuell im Falle Griechenlands zu beobachten, die Risikoaufschläge für CDS aufgrund von spekulativen Käufen, können andere Anleger dies als Zeichen eines drohenden Staatsbankrotts sehen und ihre Anleihen verkaufen bzw. vorzeitig zurückgeben. Dies kann wiederum die Folge haben, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt, der Nominalwert der Anleihen sinkt und Griechenland dafür noch höhere Zinsen anbieten muss, um die Schuldverschreibungen verkaufen zu können. Tatsächlich bedeuten aber immer höhere Zinsen auch ein steigendes Risiko des Zahlungsausfalls. Dadurch erhöhen sich wiederum die Risikoaufschläge für die Kreditausfallversicherung und es beginnt sich ein heftiger Strudel zu bilden, der die Kreditwürdigkeit Griechenlands nach und nach entwertet.

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