28.04.2010
Die Ursachen für Staatsbankrotts in der jüngeren Geschichte
Staatsbankrotts kommen immer wieder vor
Der aktuelle Staatsbankrott von Griechenland zeigt vor allem auch auf, dass auch im 21. Jahrhundert sogar der finanzielle Zusammenbruch eines eigentlich wohlhabenden Erste-Welt-Landes passieren kann. Dadurch wiederholt sich wiederum eindrucksvoll die immerfort laufende Staatsbankrott-Geschichte, da Staatsbankrotte bei einzelnen Staaten niemals ausgeschlossen werden können. Was sich hierbei trotzdem stets ändern kann, ist die eigentliche Ursache der jeweilige Staatsinsolvenz.
Die Ursachen in der nicht weit zurückliegenden Geschichte
Griechenlands Staatsbankrott hat bekanntlich seine Ursache in einer krassen Überschuldung infolge von jahrzehntelanger Misswirtschaft der Staatsregierung, weswegen finanziellen Verpflichtungen nun nicht weiter nachgekommen werden kann. Dem gegenüber konnte 2004 der Inselstaat Grenada eigentlich nichts dafür für seinen Staatsbankrott, da ein über die Insel gezogener Hurrikan so große Schäden hinterlassen hatte, dass die eigene Staatsleistung zur Kostendeckung nicht mehr ausreichte. Bei der argentinischen Staatsinsolvenz 2002 hatte die Regierung Argentiniens schlichtweg Ende der 80er Jahre den Fehler gemacht, ihre einheimische Währung 1:1 an den Dollarkurs zu koppeln. Nachdem aufgrund einer längeren wirtschaftlichen Rezension auch die Regierung vergebens auf einen bereits bewilligten Kredit des IWF wartete und in einen Zahlungsnotstand kam, kollabierten die Staatsfinanzen schließlich vollends, als die argentinischen Bürger abrupt ihre Sparguthaben in Höhe des Dollarkurses ausbezahlt haben wollten. Pakistans Atomtests, die im Ausland mit großen Zornesfalten wahrgenommen wurden und beträchtliche Wirtschaftssanktionen nach sich zogen, lösten im Land selbst schließlich 1998 einen finanziellen Staatskollaps aus. Der Staatsbankrott Russlands, der ebenfalls 1998 war, hatte letztlich seine Ursache in einem starken Ölpreisverfall ein Jahr zuvor, worauf hohe benötigte Einnahmen wegfielen und schließlich durch kostengünstige Staatsanleihen kompensiert wurden. Als jedoch ostasiatische Länder selbst in eine Wirtschaftskrise schlitterten, stießen sie ihre erworbenen Staatsanleihen schnell wieder ab und Russland kam in einen ausweglosen Zahlungsnotstand.
Staatsbankrotte in der jüngeren deutschen Geschichte
Aber selbst Deutschland erlebte im 20. Jahrhundert zwei durch die beiden Weltkriege ausgelöste Staatsbankrotts: Kurz nach dem 2. Weltkrieg war Deutschland aufgrund des großen Krieges total Pleite und es musste deshalb eine Währungsreform zur Stabilisierung der Finanzen und somit zur Gesundung des Staates gemacht werden; 1923 als Spätfolge des 1. Weltkrieges kam es in der damaligen Weimarer Republik zu einer Hyperinflation, worauf schließlich nur noch eine Währungsreform zur Rettung des Staates beitragen konnte.


