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05.07.2010

So verteilt die EZB Geld über das Tenderverfahren

Mit der Offenmarktpolitik (auch Tenderverfahren genannt) beeinflusst die Zentralbank die Geldschöpfung. Dabei kaufen Geschäftsbanken entweder bestimmte festverzinsliche Wertpapiere (so genannte Offenmarktpapiere) von der Zentralbank oder verkaufen solche Papiere an diese. Wenn die Geschäftsbanken Offenmarktpapiere kaufen, sinkt die Geldschöpfung, weil sie das Geld nicht mehr für die Vergabe von Krediten einsetzen können. Verkaufen die Geschäftsbanken dagegen Offenmarktpapiere, steigt die Geldschöpfung.

Für die EZB sind Offenmarktgeschäfte das wichtigste Instrument ihrer Geldpolitik. Sie steuert damit die Zinsen und die Liquiditätslage; außerdem gibt sie durch die Offenmarktgeschäfte den geldpolitischen Grundkurs vor. Die Geschäftsbanken wiederum beziehen aus diesen einen Großteil ihres Geldes. Im Gegenzug verpfänden sie Sicherheiten bei der EZB. Nachdem zuvor von einem Mengentenderverfahren zu einem Zinstenderverfahren gewechselt wurde, führte die EZB nach der Finanzkrise wieder das Mengentenderverfahren ein.

Bei der EZB wird zwischen Haupttender und Basistender sowie zwischen Standardtender und Schnelltender unterschieden. Mit dem Haupttender refinanzieren sich die Banken. Er wird jede Woche meist mit einer Laufzeit von einer Woche von der EZB angeboten. Durchgeführt wird er von den nationalen Zentralbanken. Für die Geschäftsbanken hat er eine gewisse Signalwirkung.

Der Basistender stellt eine längerfristige Möglichkeit zur Refinanzierung dar. Zum Teil mehrmals monatlich werden Basistender mit Laufzeiten von drei Monaten bis zu einem Jahr angeboten. Sie machen ungefähr ein viertel des Refinanzierungsvolumens aus. Für den Basistender sind die nationalen Zentralbanken zuständig.

Der Schnelltender ist einer der Feinsteuerungsoperationen der EZB und dient dem schnellen Ausgleich von Liquiditätsschwankungen. Es handelt sich dabei um ein Ausschreibungsverfahren zur Feinsteuerung der Geldpolitik, wobei die Abwicklung und die Geldzuteilung binnen ein bis zwei Stunden erfolgt und oft nur begrenzt viele Kreditbanken daran teilnehmen. Bei dem Schnelltender kann dem Markt entweder Geld entzogen oder zugeführt werden. Der Schnelltender wird nur bei Bedarf durchgeführt und kann auf vorher festgelegte Geschäftspartner begrenzt sein.

Der Standardtender zählt zu den strukturellen Operationen der EZB und wird im Eurosystem eingesetzt. Er wird binnen 24 Stunden durchgeführt und kann dabei sowohl die Form eines Mengen- als auch eines Zinstenders haben.

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