16.03.2010
Verbraucher erhalten trotz Finanzkrise weiterhin Kredite
Die Finanzkrise hat die Welt in ihren Grundfesten erschüttert. Das Vertrauen in die Ehrlichkeit der Banken und der Staaten ist geschwunden; die wahren Folgen sind noch nicht einmal in Ansätzen überschaubar. Der größte Schuldenhaushalt in der Geschichte dürfte für Deutschland nur der Anfang sein. Die Staaten der Europäischen Union reagieren auf die berechtigte Verängstigung der Bevölkerung mit der Verbilligung des Geldes: Die Verbraucher sollen konsumieren, um die darnieder liegende Wirtschaft anzukurbeln.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist das Kreditgeschäft wieder in vollem Gange. Die Banken sind in der Lage, sich bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu unfassbar günstigen Konditionen Geld zu leihen. Hiermit sollen die Banken mittelständische Unternehmer und Existenzgründer unterstützen, die ansonsten in eine Kreditklemme geraten würden und ihre Betriebe aufgeben müssten. Die Gewinnspannen für die Geldhäuser sind hierbei abnorm: Von der EZB geliehenes Geld kann für 1 % erworben und in griechische Staatsanleihen für 6 % investiert werden. Noch lukrativer ist indes eine Verschuldung der Bevölkerung: Da die Banken den günstigen Zinssatz nicht an die Kunden weitergeben, werden Dispositionskredite nach wie vor mit 12-15 % verzinst, - ein Jahrhundertgeschäft für die Geldhäuser.
Nachdem die Banken mit Hilfe der EZB ihre Bilanzen zumindest in Teilen in Ordnung gebracht haben, erhalten die Verbraucher in hohem Ausmaß Angebote zur Kreditaufnahme. Selbst Geringverdienern werden Dispositionsrahmen zur Verfügung gestellt, die jedes vernünftige Maß sprengen. Ob dies die Wirtschaft tatsächlich in Schwung bringt und wer am Ende die Zeche bezahlen muss, bleibt offen.
Durch den staatlichen Rettungsschirm haben die Banken mittlerweile die Sicherheit, dass die Gemeinschaft für die Überschuldung einzelner Personen oder Haushalte einstehen muss wie die EU für Griechenland. Entsprechend wird im Rahmen des Rettungsschirms hemmungslos Geld verliehen. Es steht in den Sternen, ob eine solche Politik zu einem sinnvollen Ziel führen kann.


