12.12.2009
Allianz senkt die Überschussbeteiligung für Lebensversicherungen
Als der größte Versicherer Deutschlands ist die Allianz einer der tragenden Pfeiler der deutschen Geldwirtschaft und in einem erweiterten Sinne sogar der gesamten Gesellschaft. Zahllose Bürger vertrauen ihr Erspartes dem scheinbar soliden Konzern an, der sich zumindest in der Werbung stets bemüht zeigt, den Versicherten ihre Leistungen zu besten Konditionen zukommen zu lassen. Da die Allianz mit der zweiten Säule unserer Finanzgesellschaft, der Deutschen Bank, über Beteiligungen eng verwandt ist, sollte es auf alle Bürger als beunruhigend wirken, dass ausgerechnet die Allianz jetzt die Überschussbeteiligung für Lebensversicherungen senkt:
Zunächst ist stark anzunehmen, dass sämtliche anderen Anbieter vergleichbarer Produkte dem Marktführer folgen werden, um so den eigenen Profit in die Höhe zu treiben, ob dies nun aus dem eigentlichen Geschäftsverlauf des Anbieters heraus gerechtfertigt ist oder nicht.
Somit hat die Allianz aller Voraussicht nach eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, deren Ende kaum abzusehen ist.
Besonders erschwerend kommt hinzu, dass die stark Betroffenen einer solchen Entwicklung wie meistens eher am unteren Rand der Gesellschaft zu suchen sind: Es sind gerade die Bezieher kleiner Einkommen, denen von staatlicher Seite aus eingebläut wird, man müsse etwa über eine Lebensversicherung privat für das Alter vorsorgen, da die gesetzliche Rente nicht einmal zu einem Leben auf dem Niveau eines Beziehers sozialer Leistungen ausreichen werde.
Durch die Senkung der Überschussbeteiligung wird exakt jenen Menschen, die ohnedies kein Leben im Luxus führen können, auch noch die Aussicht auf einen würdigen Lebensabend verbarrikadiert. Die Zukunftsängste dieser Menschen scheinen hierbei die Entscheidungsträger in den großen Konzernen wenig zu interessieren.
Da die Allianz wie auch die mit ihr verbrüderte Deutsche Bank längst wieder hohe Gewinne machen und zudem der gesamte Finanzsektor von einer historisch einmaligen Energieleistung der Bevölkerung unter Inkaufnahme einer beinahe unglaublichen Staatsverschuldung gerettet wurde, kommt es einem moralischen Abgrund gleich, wenn die Profiteure des eigenen Versagens nun auch noch die ehrliche Mehrheit der Beitragszahler ausbeuten oder enteignen wollen.
Es wäre zu wünschen, dass die Vorstandsebene der Allianz die eigene Überschussbeteiligung in Form der längst zum Schimpfwort gewordenen Boni ebenfalls senkt. Dies scheint indes Wunschdenken zu sein und zu bleiben.


