02.12.2009
Deutsche Lebensversicherer senken 2010 die Zinsen
Obwohl die Kurse an den Aktienmärkten gestiegen sind, planen die Lebensversicherungen, ihre Überschusszahlungen zu senken. Der Grund dafür ist, dass die Versicherungen ihre Aktienbestände abbauen und stattdessen lieber ihr Augenmerk auf die Zinsen richten - allerdings zum Nachteil der Kunden.
Viele Kunden deutscher Lebensversicherungen müssen sich für das kommende Jahr darauf einstellen, weniger Überschussbeteiligung zu erhalten. Schuld daran seien die sinkenden Zinsen, so die Meinung unabhängiger Versicherungsexperten. In den vergangen Wochen sind diese auf ein Rekordtief gefallen, um Kredite attraktiver zu machen und um die deutsche Wirtschaft anzukurbeln. Damit schrumpft auch die Rentabilität von Lebensversicherungen.
Dabei boomt der Aktienmarkt an der Börse. Die Lebensversicherungen können davon allerdings nicht profitieren, da ihr Aktienanteil schon vor der Finanzkrise auf unter zehn Prozent reduziert worden ist. Negativ ausgewirkt hat sich auch der garantierte Rückkaufswert und so konnte von den stiegenden Kursen am Aktienmarkt kein Profit gemacht werden.
Eine Lebensversicherung ist nicht mehr so rentabel wie noch vor über zehn Jahren. Wer zum Beispiel 1998 einen zwölf Jahres-Vertrag abgeschlossen hatte, konnte mit einer Rendite von rund sieben Prozent jährlich rechnen. Wer heute eine Lebensversicherung abschließt, kann nur noch mit vier Prozent rechnen.
Doch die Lebensversicherungen wollen für ihre Kunden attraktiv bleiben. Deshalb müssen Sie für das Jahr 2010 ihre Rückstellungen angreifen. Das bedeutet nichts anderes, als dass mehr Geld an die Kunden ausgeschüttet wird, als überhaupt eingenommen worden ist. Allerdings hat das auch Nachteile für die Versicherung, denn Rückstellungen werden wie Eigenkapital gewertet. Sinken diese, bedeutet das gleichzeitig ein schlechtes Rating bei den Rating-Agenturen.


