10.04.2009
Deutsche Lebensversicherer trotzen Finanzkrise mit konservativer Anlagepolitik
Die deutschen Lebensversicherer sind nach einer aktuellen Studie der Rating-Agentur Fitch Ratings auf die Finanzkrise besser vorbereitet gewesen als beim letzten großen Börsencrash 2001/2002. Im internationalen Vergleich sei ihre Anlagepolitik deutlich konservativer als die ihrer internationalen Mitbewerber.
Im Gegensatz zum Jahr 2001 (25 %) betrug die Aktienquote ihrer Kapitalausstattung laut Fitch Ratings Ende 2008 nur noch 4 - 6 %. Zum Jahresbeginn 2008 hatte die Aktienquote noch bei 10 % gelegen. Dennoch hat die Kapitalausstattung insgesamt infolge der Finanzkrise merklich abgenommen: Die deutschen Lebensversicherer verfügen derzeit noch über Kapitalanlagen i.H.v. 682 Mrd. EUR - davon sind 16 % in risikoreichen Papieren angelegt. Zwei Drittel der Aktien sind im Übrigen abgesichert, sodass insgesamt nur rund 2 % der Kapitalanlagen "im Risiko" stünden, so Fitch Ratings in seiner Studie.
Fitch Ratings geht davon aus, dass die deutschen Lebensversicherungsunternehmen Ende des laufenden Jahres ihre Bewertungsreserven wieder auf 2,8 % ihrer Kapitalanlagen erhöhen können - gegenüber 2 % zum Ende des vergangenen Jahres. Dass es den Assekuranzen in der Sparte Leben nicht so schlecht gehe, lasse sich auch daran ablesen, dass nur jeder dritte Lebensversicherer im Zuge der Finanzmarktkrise seine Überschussbeteiligung gesenkt hat.
Dennoch beurteilt die Rating-Agentur die Lage kritisch. Trotz der positiven Auswirkungen der risikoarmen Anlagepolitik auf die Bilanzen, dürften noch nicht realisierte Verluste der Versicherer aus den Kapitalanlagen die Jahresabschlüsse 2008 deutlich negativ beeinflussen. In diesem Zusammenhang erwarten die Experten von Fitch Ratings einen Rückgang der Nettoverzinsung für das Geschäftsjahr 2008 auf unter 4 % (gegenüber 4,6 % in 2007).
Beitrag Nr. 157081 vom 18.03.2009
Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH


