08.02.2010
Rückläufige Überschussverzinsung sorgt für Renditeunterschiede bei Lebensversicherungen
Die rückläufige Überschussverzinsung ist für die unterschiedlichen Gewinne bei einer Lebensversicherung verantwortlich. Dabei ist die Überschussbeteiligung die am meisten beachtete Kennzahl, einer Lebensversicherung, denn sie gibt über die aktuelle Rendite Auskunft. Häufig wird sie dann auch als zukünftige Größe der Gewinne aus einer Lebensversicherung gesehen.
Wie die wirkliche Rendite allerdings aussieht, hängt von der weiteren Lage und Verwaltung der höheren oder niedrigeren Überschussbeteiligung durch das Unternehmen ab. Die Überschussverzinsung ist der Teil der Gesamtrendite, die die Versicherer den Kunden je nach Sparanteil bei der Versicherung gewähren, wenn der Anteil der Beiträge für Abschluss- und Verwaltungskosten und Risikovorsorge abgezogen wurde. Die Überschussbeteiligung macht als Sparanteil der Versichertenprämie, ungefähr 75 bis 80 Prozent des Gesamtbeitrags aus. Der Rest der Prämie (20 bis 25 Prozent) werden vom Versicherungsunternehmen für Kosten und Risikoschutz aufgewendet.
Momentan haben z.B. viele Versicherungsgesellschaften ihre Überschussbeteiligung gekürzt, denn die Renditen am Kapitalmarkt sind gesunken. Dass die Überschussbeteiligung von vielen Versicherungsunternehmen abgesenkt wird, hängt auch damit zusammen, dass die Börsenkurse von Aktien und Anleihen unter den Anschaffungskursen liegen und damit keine stillen Reserven durch die Versicherungen aufgebaut werden konnten. Auch verschobene Aktienabschreibungen konnten nicht gegensteuern und Erleichterungen bei der Bewertung durch das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht 2008 konnten nicht ausreichen, um höhere Renditen in Form der Überschussverzinsung an die Verbraucher weiterzugeben. Dennoch kann z.B. eine Überschussbeteiligung von 4,5 oder 4,6 Prozent zwar als rückläufig, aber recht gut angesehen werden. Ob allerdings das Niveau bei dieser starken Lebensversicherung im Unterschied zu anderen Lebensversicherungen so gehalten werden kann ist dennoch auch hier fraglich, denn um Sicherheit für das Geld der Verbraucher zu gewährleisten, (Garantieverzinsung bei circa 2,25 Prozent) werden immer mehr festverzinsliche Wertpapiere wie Bundesanleihen oder Pfandbriefe angelegt und deren Renditen sind schon lange niedrig.
Will man Unterschiede in der Rendite von diversen Lebensversicherungen aufdecken, gilt es bei der Überschussverzinsung, die insgesamt niedriger geworden ist, auch auf die Laufzeiten zu achten.
Es werden sicher kleine Unterschiede je nach Lebensversicherung sichtbar, auffälliger ist aber, dass z.B. eine abgelaufene Kapitallebensversicherung, die vor 30 Jahre abgeschlossen wurde, noch eine Beitragsrendite von 5,35 Prozent erzielen konnte, eine Police von vor 20 Jahren nur noch 4,82 Prozent und eine von zwölf Jahren sogar nur noch 3,74 Prozent im Durchschnittsvergleich erreichen konnte.
Auch hier wird deutlich, dass die Überschussverzinsungen sinken und gerade bei kürzeren Laufzeiten auch noch Abschlussprovisionen relativ stark ins Gewicht fallen.


