08.12.2009
Welche Lebensversicherer künftig noch hohe Renditen erzielen können
Die Versicherungsgesellschaften gehörten zu den ersten Betroffenen der weltweiten Finanzkrise: Die undurchsichtige Form der verschiedenen Kapitalanlagen hat zu einem massiven Vertrauenseinbruch von Seiten der Kunden geführt; Ängste um den Verlust des Arbeitsplatzes haben dazu viele Kunden dazu bewogen, ihre Lebensversicherungen abzumelden, was zwar zunächst ein gutes Geschäft für die Versicherung ist, langfristig aber weniger Kunden bedeutet.
Viele Versicherungen sind zudem zumindest in den Augen der Bevölkerung eng mit Banken verknüpft, die vor der Insolvenz stehen und Steuergelder für miserable Leistungen einfordern. Die Neukundengewinnung ist daher für die meisten Lebensversicherer problematisch geworden.
Versicherungen, die den staatlichen Rettungsschirm in Anspruch nehmen müssen, sind indes dazu genötigt, die Art und Weise, mit der die Einlagen der Versicherten angelegt werden, transparent zu machen. In der Vergangenheit erzielten die Versicherer immense Gewinne, indem sie die Spareinlagen auf den höchst spekulativen Märkten in den USA anlegten, die Gewinne einstrichen und die Verluste letztlich an die Versicherten und auch die nicht Versicherten weitergaben. Für die meisten großen Versicherer scheint dieses wenig soziale Treiben vorläufig ein Ende zu haben.
Der internationale Spekulantenmarkt hat sich allerdings überraschend schnell erholt und die Kurse an den Aktienmärkten steigen aller wirtschaftlicher Entwicklung zum Trotz wieder wie in alten Zeiten. Lebensversicherer, die die einbezahlten Beiträge an den Nahrungsmittelbörsen anlegen können, um damit mitverantwortlich an einer Hungerkatastrophe in Afrika zu sein, oder Geld auf die Erforschung und Ausbeutung von Erdölvorkommen vor dem Sudan setzen, wobei die Abschlachtung der indigenen Bevölkerung billigend in Kauf genommen wird, zählen zu den Profiteuren der jüngsten Entwicklung.
Die großen Anbieter von Lebensversicherungen in Deutschland verfügen in der Regel über ein dichtes Netz ausländischer Dépendancen, womit gewährleistet ist, dass die Renditen noch höher werden: Der staatliche Rettungsschirm verkommt zu einem zusätzlichen Taschengeld, während die Geschäfte unverändert weitergehen.


