10.02.2010
Einsatz von Sterbetafeln in der Versicherungswirtschaft
Sterbetafeln in der Versicherungswirtschaft sind Grundvoraussetzung, um Beiträge und Auszahlungsbeträge bei Lebensversicherungen effektiv und für das Versicherungsunternehmen wirtschaftlich zu gestalten. Bei der Sterbetafel handelt es sich um eine sogenannte Ausscheideordnung, in der eine Gesamtheit von Personen auf den erwartungsgemäßen Sterbezeitpunkt bestimmter Personengruppen dargestellt wird. Die Sterbetafeln in der Versicherungswirtschaft werden zunächst in Personen männlichen und weiblichen Geschlechts unterteilt. Allein aus der Einteilung in Geschlechter lässt sich so die geschlechtsabhängige Wahrscheinlichkeit der Sterblichkeit in bestimmten Altersgruppen ermitteln. Aus der Sterblichkeit ermittelt die Versicherungswirtschaft das fiktive Kollektiv der Personen, die das Durchschnittsalter überschreiten.
Welche Funktion haben die Sterbetafeln?
Die Sterbetafeln der Versicherungswirtschaft informieren über die Überlebenswahrscheinlichkeit bestimmter Personengruppen in einem festgelegten Alter. Die Sterbetafeln werden mittels mathematischer Formel ermittelt. In der Regel wird die Sterbetafel auf Basis von 100.000 beziehungsweise 1.000.000 Menschen erstellt. Zusätzlich lässt sich in der Versicherungswirtschaft innerhalb der Sterbetafeln auch der Grund für das Versterben ermitteln. So sind durchaus Ausschlüsse bestimmter Erkrankungen in Versicherungsverträgen möglich, wenn sich hieraus ein erhöhtes Sterberisiko ergibt.
Die verwendeten Sterbetafeln
Die in der Versicherungswirtschaft verwendeten Sterbetafeln sind oftmals sogenannte Periodensterbetafeln. Hier wird wiederum bei gleichzeitig lebenden Personen die individuelle altersspezifische Sterblichkeit festgelegt. Innerhalb dieser Periodentafeln wird das Sterblichkeitsverhältnis von gleichzeitig lebenden Generationen von Menschen verglichen. Es handelt sich in der Versicherungswirtschaft um relativ kurze Beobachtungszeiträume, da hier regelmäßig reagiert und an aktuelle Sterblichkeitsraten angepasst werden muss. Die sogenannten Kohortensterbetafeln, die auf lange Beobachtungszeiträume setzen, sind sowohl in der Kalkulation von Lebensversicherungen als auch bei Rentenversicherungen nicht effektiv.
Neben den Periodensterbetafeln neben auch die sogenannten Generationensterbetafeln Einfluss auf die Versicherungswirtschaft. Hier wird nicht nur die alters- sowie geschlechtsabhängige Sterblichkeit ermittelt, sonder gleichzeitig noch das Geburtsjahr in die Berechnungen mit eingeschlossen. So kann die Lebenserwartung von später geborenen Menschen mit in die Sterbetafeln eingeschlossen werden. Besonders für Rentenversicherer haben die Generationentafeln wichtige Bedeutung innerhalb ihrer Berechnungen.
Kalkulationen auf Basis der Sterbetafeln
Für die Kalkulation von Versicherungsbeiträgen sowie auch die Planung der Deckungsrückstellung sind Sterbetafeln unverzichtbar. Hier werden zusätzlich zu den Werten, die Sterbetafeln aufzeigen, weitere Sicherheitsmargen eingeplant, um ein Risiko realistisch und auch in der Deckung korrekt abzusichern. Die Sterbetafeln bilden in der Versicherungswirtschaft aber wichtige Rechnungsgrundlagen, an denen sich alle Versicherungsgesellschaften gleichermaßen für ihre Berechnungen orientieren.


