07.09.2009
Riester-Förderung verhalf der Branche 2008 zu einem Plus
Vor allem die vierte und letzte Förderstufe bei der Riester-Rente bescherte der Lebensversicherungs-Branche 2008 Zuwächse in der Versicherungssumme sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand. Der Anteil an Riester- und Rürup-Verträgen an der Gesamtzahl aller Verträge nahm zu. Dagegen verloren die Kapitallebensversicherungen weiter an Bedeutung.
In einem Beitrag in der Zeitschrift "Versicherungsmagazin" (Heft 8/2009, S. 42 - 45) gibt Rolf Schlüter auf Grundlage der aktuellen statistischen Rundschreiben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft einen Überblick darüber, wie die deutsche Versicherungswirtschaft bisher mit der Finanzmarktkrise fertig geworden ist.
Das Neugeschäft 2008 in der Lebensversicherung ist erwartungsgemäß im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, gemessen an der Stückzahl wurden 12,2 % weniger Verträge abgeschlossen. Die Versicherungssumme stieg dagegen insgesamt um 2,56 %, der laufende Beitrag um 7,18 %. Hier wirkte sich vor allem der Übergang auf die vierte Riester-Förderstufe aus. Während Einzel-Kapitalversicherungen bei Versicherungen gegen laufenden Beitrag um 2 % zurückgingen und nun noch 11 % innerhalb der Neugeschäftsstruktur ausmachen, stieg der Anteil von Rentenversicherungen um 3 % auf 32 % und von fondsgebundenen Versicherungen um 2 % auf 35 %. Im Bestand verringerte sich die Zahl der Verträge um 1,16 % auf knapp 93 Millionen. Die Versicherungssumme erhöhte sich dagegen um 2 % auf 2,5 Mrd. EUR.
Prozentual zugelegt hat vor allem der Bestand an Riester-Verträgen mit einem Plus von 13,54 % auf einen Anteil von knapp 10 %. Trotz guter Steigerungsraten macht die Rüruprente dagegen nur 1 % an der Gesamtzahl aller Lebens- und Rentenversicherungsverträge aus. Die gebuchten Brutto-Beiträge erhöhten sich um 1,1 % auf 76.3 Mrd. EUR. Mit einem Plus von 4,2 % stiegen insbesondere die Einmalbeiträge, die 2008 16 % zu den gebuchten Beiträgen beisteuerten. Bei den Riester-Verträgen erhöhten sich die Beiträge um 43 % auf 4,34 Mrd. EUR. 20 % davon entfallen allerdings auf die gesetzlichen Zulagen.
Die durchschnittliche Stornoquote stieg von 4,95 % im Jahr 2007 auf 5,49 %, die Verwaltungsaufwendungen sanken im Schnitt von 2,95 % auf 2,83 %. Der Kapitalanlagenbestand der Lebensversicherungsbranche blieb mit 685,57 Mrd. EUR fast konstant, die Nettoverzinsung sank von 4,65 % auf 3,55 %, das Nettoergebnis verringerte sich um 22,5 % auf 24,35 Mrd. EUR. Unverändert entfällt knapp die Hälfte der Anlagen auf festverzinsliche Kapitalanlagen.
Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH; V.i.S.d.P. Jens Hilge


