03.06.2010
Verband der Privaten Krankenversicherung erhielt dieses Jahr bereits 5000 Beschwerden
Nicht nur in den Medien, auch in unterschiedlichsten Werbeanzeigen wird in den letzten Jahren verstärkt für die Private Krankenversicherung die Werbetrommel gerührt. Vor allem die Möglichkeit, einen umfassenden Katalog an Leistungen zu erhalten, den alle gesetzliche Krankenkassen mittlerweile nicht mehr bieten können, wird hierbei in Verbindung mit den günstigen Monatsbeiträgen in den Vordergrund gestellt. Dass es hierbei auch eine Kehrseite gibt, die immer mehr Versicherte in der Privaten Krankenversicherung dazu bewegt, sich bei ihrem Versicherer zu Beschwerden oder sogar einen Wechsel des Versicherungsschutzes anzustreben, wird in den meisten Fällen dabei jedoch nicht beachtet. Alleine in diesem Jahr kann der Verband der Privaten Krankenversicherung jedoch schon auf eine Gesamtzahl von über 5.000 Beschwerden zurückschauen - eine Zahl, die in dieser Höhe nicht in den letzten Jahren erreicht wurde und noch eine Vielzahl von Beschwerden in den nächsten Monaten nach sich ziehen dürfte.
Die Beschwerden kommen dabei nicht alleine nur von Versicherten, deren Beiträge sich extrem erhöht haben, ohne dass damit eine klare Verbesserung der Leistungen des privaten Krankenversicherers verbunden wären. Gerade wer relativ jung in die Private Krankenversicherung gewechselt ist, dürfte durch manche Werbeanzeigen den Eindruck erhalten haben, dass hier das Thema Beitragerhöhungen kaum eine Rolle spielt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Da die Beiträge in der PKV individuell an der eigenen Person orientiert berechnet werden, besteht mit jedem zunehmenden Lebensjahr die Möglichkeit, dass sich der Versicherer für eine Erhöhung der Beiträge entscheidet. Teilweise erfolgt diese Erhöhung in einem für den Versicherten nicht nachvollziehbaren Maße, so dass hier der Wechsel zu einem anderen Versicherer mehr als gewünscht ist, der deutlich günstigere Konditionen anbieten kann.
Doch auch wer mit seinen Beiträgen zufrieden ist, sieht sich häufiger in der Situation, eine Beschwerde gegen seinen Privaten Krankenversicherer hervorzubringen. Hierbei geht es meistens um die ausbleibende Erstattung von Leistungen, die durch den Katalog des Versicherers nicht oder nur unzureichend deutlich gemacht werden. Für viele Leistungen, die nicht explizit im Leistungskatalog enthalten sind, ergibt sich oftmals ein Missverständnis zwischen Versichertem und Versicherer, so dass nach einem Streit über die ein oder andere Leistungen sehr schnell das Vertrauensverhältnis gestört sein kann. Dies gilt vor allem für ältere Versicherte, bei denen traditionell mehr Leistungen zu erbringen sind, um die sich mancher private Versicherer gerne drücken möchte. Da in diesem Lebensalter es kaum mehr lohnenswert ist, zu wechseln und sich bei einem anderen Anbieter einer neuen Gesundheitsprüfung zu unterziehen, bleibt den meisten Versicherten nur ein enttäuschtes Aushalten bei ihrem privaten Versicherer.


