03.05.2009
Vertrieb von Versicherungen über Autohäuser nimmt zu
Das Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGovPsychonomics AG hat im April die aktuelle Ausgabe seiner jährlich erscheinenden Studie "Finanzvertrieb im Automobilhandel 2009" vorgestellt. Danach hat der Verkauf von Versicherungsprodukten über Autohäuser deutlich zugenommen. Zu einer Steigerung des Vertriebs hätten vor allem kleine und ungebundene Autohäuser beigetragen. Der Vertriebskanal "Autohaus" biete überdies weiteres Potenzial.
Insgesamt hätten im Jahr 2008 bei 71 % aller Neuwagen- (2007: 63 %) und 63 % aller Gebrauchtwagenverkäufe (2007: 50 %) Versicherungsberatungen stattgefunden. Ein Versicherungsvertrag sei in 28 % (Neuwagen) bzw. 20 % (Gebrauchtwagen) der Verkäufe abgeschlossen worden - 2007 hatte die Quote noch bei 25 % (Neuwagen) und 16 % (Gebrauchtwagen) gelegen. In kleineren Autohäusern wurde gar bei knapp einem Drittel aller Neuwagenverkäufe gleichzeitig ein Versicherungsprodukt "mitverkauft".
Auf der anderen Seite zeigt die Studie, für die 500 Finanzproduktentscheider von Autohäusern befragt wurden, dass in 28 % der bundesdeutschen Autohäuser gar keine Versicherungsprodukte angeboten werden. Die Gründe dafür liegen laut YouGovPsychonomics im fehlenden Know-how, in der Scheu vor dem Aufwand und in der Verkennung der langfristigen Kundenbindung durch den Abschluss eines Versicherungsvertrages im Autohaus. Die Versicherer hätten diese Scheu allerdings inzwischen erkannt und reagierten mit besonders einfachen Produkten und Werbemitteln, so die Leiterin der Studie, Dr. Michaela Brocke.
Insgesamt werden laut YouGovPsychonomics über Autohäuser hauptsächlich Versicherungen vertrieben, die über die herstellereigenen Vermittler abgeschlossen werden. Es finden sich jedoch auch namhafte Versicherer mit "Niederlassungen" in den Autohäusern wieder. Der Trend gehe im Übrigen dahin, dass Autohäuser mit mehr als einem einzigen Versicherer zusammenarbeiten.
Skeptisch zeigen sich die Autohäuser bei Versicherungspaketen mit Werkstattbindung. Zusatzangebote zum Versicherungsschutz sähen sie lieber in der Schadenregulierung, der Wartung und dem Service am Fahrzeug oder in weiteren verwandten Versicherungen wie etwa Reparaturkosten-, Verkehrsrechtsschutz- oder Haftpflichtversicherungen.
Quelle: LexisNexis Deutschland GmbH


