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16.03.2010

Niedrige Zinsen belasten Ergebnis der Allianz

Geschäftsmodell von Versicherern wie der Allianz

Versicherer sammeln von ihren Kunden regelmäßig (oftmals jährlich oder monatlich) Gelder in Form von Prämien ein, die am Kapitalmarkt angelegt werden, um daraus Zins-, Dividenden und Tradingeinkünfte generieren zu können – dieser Teil des Gesamtergebnisses wird Anlageergebnis genannt. Tritt bei dem Versicherten der Fall (bspw. Verkehrsunfall) bzw. das Ereignis (bspw. Erreichen einer bestimmten Lebensalters) ein gegen den/das er/sie sich von der Allianz hat versichern lassen, entnimmt die Allianz ihrem Portfolio das entsprechende Kapital, um den Schaden zu begleichen bzw. den vereinbarten Kapitalbetrag auszahlen zu können. Die Relation zwischen Prämieneinnahmen und Entnahmen von Kapital wird Schaden-Kosten-Quote genannt. Liegt die Quote unter 100 bedeutet dies, dass der Versicherer mehr Prämien eingenommen hat als er an Kapital auszahlen musste.

Allianz als Anleger

Als Anleger muss die Allianz sehr risikoavers agieren, da Teile der eingesammelten Prämien im Schadensfall schnell liquidiert werden müssen, um den versicherten Schaden abdecken zu können. Aus diesem Grund bestehen die Portfolios von Versicherern zum überwiegenden Teil (in der Regel 80% und mehr) aus Geldmarkt- und Rentenmarkt-Assets. Die Vorteile dieser Asset-Klassen in puncto Risiko sind vielfältig. Zum einen sind die Einkünfte in ihrer Höhe in der Regel fix und zum anderen schwanken die Basiswerte entweder überhaupt nicht (in Euro fakturierter Geldmarkt) oder nur relativ moderat (in Euro fakturierter Rentenmarkt).

Abhängigkeit vom Zinsniveau

Der Nachteil dieser beiden Asset-Klassen (vor allem Geldmarktinstrumente) liegt vor allem in der Abhängigkeit vom weltweiten Zinsniveau. Fallen die Leitzinsen fallen auch die Zinserträge von zumindest denjenigen Geldmarkt- und Rentenmarktpapieren, die neu aufgelegt werden. Bei Rentenmarktpapieren wie bspw. Anleihen kommt ein Umstand hinzu, Dank dessen Inhaber dieser Papiere Kursgewinne bei sinkenden Zinsen generieren können: Anleihen schwanken um ihren Basiswert entsprechend ihrer Bonität und dem Zinsniveau. D.h. sinken die Zinsen steigen die Kurse, da Inhaber der Anleihen – würde der Kurs nicht steigen – für das gleiche Risiko höhere Zinsen als die anderen Marktteilnehmer erhalten würden.

Konsequenzen der niedrigen Zinsen

Die Leitzinsen vieler Zentralbanken weltweit sind im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise auf teilweise historische Tiefs gesenkt worden. Im Zuge dessen sind gerade die Einkünfte aus Geldmarktpapieren teilweise so stark eingebrochen, dass selbst eine Veränderung der Asset-Allokation diesen Rückgang nicht auffangen konnte.

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