1. Vorher beachten
  2. Vor- und Nachteile
  3. Checkliste
  4. Rechtliche Hinweise

 

Die Kündigung einer Lebens- oder Rentenversicherung (Vertrag) ist eng verwoben mit dem Begriff „Rückkaufswert“ (RKW). Wer seinen Vertrag kündigt hat im Sinn, möglichst rasch oder möglichst viel von seinem Guthaben zu erhalten. Dazu ist es sinnvoll zu verstehen, was der RKW ist.

Ihr Versicherungsunternehmen (VU) wird im Fall einer Kündigung Ihnen die Versicherungsleistung abkaufen – sie sozusagen von Ihnen zurückkaufen. Insofern hat das VU somit ein Vorkaufsrecht auf Ihren Vertrag. Die Höhe des RKW entsteht hier nicht durch Angebot und Nachfrage, sondern orientiert sich an bilanziellen und versicherungstechnischen Gegebenheiten, sowie an den vertraglichen Vereinbarung mit Ihnen.

Es gibt auch Verträge mit keinem, oder keinem nennenswerten RKW – Risikoverträge (z.B. Risiko-Todesfallschutz, Berufsunfähigkeitsverträge). Hier können Sie mit der Kündigung keine nennenswerte Auszahlung erreichen, sondern lediglich die Beitragszahlung beenden – dafür verlieren Sie den Risikoschutz.

Andere Verträge besitzen zwar einen RKW, er wird im Falle der Kündigung aber nicht ausbezahlt. Dazu zählen z.B. Riester-(Basis) Verträge und Verträge der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Der Grund für die nicht vorzeitige Liquidierbarkeit liegt darin begründet, dass Sie bei diesen Verträgen eine staatliche Förderung nutzen konnten. Als Gegenleistung konnte der Staat in diesen Fällen sicherstellen, dass die gesparten Gelder zum Zwecke der Versorgung im Alter genutzt werden. Eine vorzeitige Kündigung mit Auszahlung des Guthabens, würde aber diesen vereinbarten und bezuschussten Zweck unterlaufen.

Schließlich gibt es noch Verträge deren RKW im Falle einer Kündigung nicht vollständig ausbezahlt werden. Zu dieser Gruppe zählen Verträge mit einer sogenannten Kündigungsrente oder Rentenanwartschaft. Hier kann beispielsweise der RKW 30.000 Euro betragen, im Falle der Kündigung wird aber zunächst nur 20.000 Euro ausbezahlt. Sofern die versicherte Person in den Jahren danach verstirbt, kommt hier häufig keine „Nachzahlung“ mehr. Es besteht bei diesen und auch vielen anderen Verträgen die Möglichkeit, die „Werte“ die über den Auszahlungsbetrag bei Kündigung hinausgehen durch den Verkauf an einen seriösen Aufkäufer von Policen sofort einzunehmen. Der Aufkäufer wird in manchen Fällen für Guthaben die einem Risiko ausgesetzt Sind eine eigene Risikoabsicherung vornehmen. Das kostet zwar etwas, aber dadurch ist der Aufkäufer in der Lage, den gekauften Vertrag lange Jahre oder bis Ablauf fortzuführen.

Rechtliche Hinweise zu Kosten

Zum Themenbereich RKW gehört es sich auch, über die Kosten zu sprechen. Wussten Sie, dass mit Abschluss des Vertrages sogenannte Abschlusskosten angefallen sind? Wussten Sie auch, dass die Höhe dieser Abschlusskosten heute häufig mehr als 3 Jahre der gesamten Prämienzahlung in Anspruch nehmen? Diese stattlichen Kosten werden im Wesentlichen bei einem beispielsweise 30-jährigen Vertrag in den ersten 7 Jahren bezahlt. Wenn Sie also im 7. oder 8. Jahr kündigen wollen, kann das besonders unangenehm sein – hier empfehlen wir, den Vertrag genau zu prüfen. In den ersten 3 Jahren und auch in den letzten Jahren hingegen spielen die Abschlusskosten keine bestimmende Rolle. In jedem Fall sollten Sie den Wert Ihrer Risikoabsicherung kennen, bevor Sie ggf. voreilig darauf verzichten.

 

  1. Vorher beachten
  2. Vor- und Nachteile
  3. Checkliste
  4. Rechtliche Hinweise